






Also: man nehme
1 Pfund Honig + 1/4 Honig extra, da ich ja keinen Zucker benutze
350 g gemahlene Nuesse: Pecans, Cashews, Walnuesse
115 g Butter
2 Eier
geriebene Schale jeweils einer ungespritzten Orange und Zitrone
400-500 g Maismehl: kommt auf die Grob-bzw. Feinheit des Mehls an
1/2 Essloeffel Allspice
1 Teeloeffel Vanille
gut 50 g ungesuesstes Kakaopulver
ca 1 Essloeffel Chillimischung
2 Essloeffel kandierte Chillischoten*
Den Honig mit der Butter zum Kochen bringen und die Mischung auf Raumtemperatur abkuehlen lassen. Alle Zutaten im Mixgeraet verruehren und in eine Schuessel mit Deckel fuellen. Den Teig an einem warmen Ort acht Tage stehen lassen (In Florida reicht’s in der Kueche, in New York und in Deutschland ist’s besser, ihn in den Ofen oder einen dichten Behaelter zu stellen). Mit viel Maismehl ausrollen und in Quadrate schneiden oder mit der Ausstechform Pfastersteine formen. Auf Backpapier bei 165 C ca. 15-20 Minuten backen. In einer dichten Dose oder Plastikschuessel koennen die Lebkuchen monatelang aufbewahrt werden.
*Die Stengel von den Pfefferschoten abschneiden und die Schoten dann der Laenge nach halbieren, die Samen entfernen und die Schoten in Streifen schneiden; zu gleichen Teilen Wasser und Zucker in einem Topf mischen, die Schoten dazugeben und das ganze eine Stunde lang koecheln lassen. Die Schoten aus dem Wasser nehmen und auf einem Backblech ca. 10 Minuten auf 200 Grad trocknen lassen. Uebrigens, der Sirup schmeckt ueber Eis oder Pfannkuchen; aber mit Vorsicht geniessen! Copyright: ice cream ireland
Tipp: die Pfefferschoten nur mit Gummihandschuhen anfassen.

Die benutzten Kuechengeraete und uebriggebliebenen Zutaten vom Backen haben mich dazu motiviert, ein Stilleben in der Art der niederlaendischen Renaissance zu fotografieren. Szenen aus dem Leben des hollaendischen Mittelstandes, dargestellt auf Gemaelden der noerdlichen Renaissance. Stilleben von anscheinend achtlos drapierten Lebensmitteln und Kuechenutensilien...
Ich backe Lebkuchen nach dem Rezept, das mir meine Mutter geschickt hat, aber ich ersetze die traditionellen Zutaten fuer Nuernberger Lebkuchen, vor allem Gewuerze aus Indien und China, mit Zutaten, die einheimisch zu Amerika sind. Ich tausche Ingwer gegen Chillischoten, Zimt gegen Allspice, Mandeln und Haselnuesse gegen Pecans, Walnuesse und Cashews, Zucker gegen Honig und Ahornsirup und Weizenmehl gegen Maismehl aus. Ausserdem gebe ich eine gute Menge Kakao und Vanille hinzu. Der Teig muss fuer acht Tage "in der warmen Kueche" ruhen, dann werde ich ihn in Form von Pflastersteinen backen, um den Hauptmarkt zu nachzubauen. Diese gebackenen Pflastersteine werden als Waehrung fuer meine Geschichtesammlung dienen. Jeder, der mir eine persoenliche Erzaehlung ueber den Hauptmarkt berichtet und mich diese aufnehmen laesst, bekommt dafuer einen Chillipfefferkuchen. Ich habe vor, die gesammelten Anekdoten an das Stadtmuseum Nuernberg zu geben, damit sie die Geschichte Nuernbergs und seiner Einwohner, erweitern.

Dies ist das einzige Foto meines Urgrossvaters. Als Kind hat mich sein durchsichtiges und gebraechliches Gesicht in dieser Fotografie immer beaengstigt. Er ist, als er noch keine 55 Jahre alt war, an Magenkrebs gestorben.